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Ruhe finden durch Śamatha Meditation

Ruhe finden durch Śamatha Meditation

von Anja Woertge
Fotocredit: Darius Basha
Life
20 / September / 2025

Wie eine verwunschene Zauberwelt liegt die Gebirgs-Landschaft vor uns über der sich die karstigen Gipfel des Wettersteingebirges widerstrebend aus dem Nebel schälen. Wir nähern uns Schloss Elmau. Das geschichtsträchtige Luxushotel ist seit über hundert Jahren Treffpunkt der höheren Gesellschaft, Gelehrter und 2015 wurde es zum Zentrum der Weltpolitik, als sich Staats- und Regierungschef:innen der führenden Industrienationen auf dem Schloss zum G7-Gipfel zusammenfanden. Zehn Jahre ist es her, dass Kanzlerin Merkel und Präsident Obama hier auf der Holzbank mit Bergblick über Fragen der Weltwirtschaft debattierten. Diese Woche wollen wir die Energie des Ortes nutzen, um unsere Spiritualität zu erkunden, zur Ruhe zu kommen und unter der Leitung des angesehenen amerikanischen Gelehrten B. Alan Wallace mehr über Śamatha Meditation und die Lehre des tibetischen Buddhismus zu erfahren.

Loungebereich von Schloss Elmau
Der Yoga- und Meditationsraum von Schloss Elmau mit bodentiefen Fenstern.
Schloss Elmau am Fuße des Wettersteingebirges
© Schloss Elmau

DEN KÖRPER ZUR RUHE BRINGEN, DEN GEIST BERUHIGEN, DAS BEWUSSTSEIN ERLEUCHTEN!


DEN KÖRPER ZUR RUHE BRINGEN

Unsere Tage auf Schloss Elmau beginnen früh. Um sieben Uhr morgens stimmen wir unsere Körper mit einer Stunde Jivamukti Yoga auf einen Tag ohne Bewegung ein. Denn sechs Stunden Meditation stehen täglich auf dem Programm. Gar nicht so viel, meint B. Allan Wallace. Er meditiert bereits seit vier Uhr morgens. 16 Stunden täglich seien seine Tagesroutine, verrät er uns.


Für uns Nicht -Yogis und Meditations-Neulinge klingen schon sechs Stunden, die wir unsere Körper in einer immer gleichbleibenden Stellung halten sollen, wie eine Drohung.

Als wir den Saal betreten, thront Wallace bereits in seinem Sessel im Zentrum des lichtdurchfluteten Raumes. Hinter den zahlreichen Fenstern leuchtet majestätisch das Wettersteinmassiv. Die orientalisch inspirierte Einrichtung des Schlosses steht im spannenden Kontrast zu seiner oberbayerischen Umgebung. Nicht nur auf Schloss Elmau greifen Abendländische und orientalische Einflüsse harmonisch ineinander. Auch B. Alan Wallace, der Amerikaner, der 14 Jahre als tibetischer Mönch gelebt hat, sieht es als seine Aufgabe an, das Beste beider Weltenin seinen Lehren zusammenzubringen.


Ruhig und freundlich begrüßt er seine neuen Schüler:innen und es entsteht sofort eine warme, Zuversicht-stiftende Atmosphäre. Auf unseren Matten sitzend lernen wir zunächst einmal, in welchen Positionen wir unseren Körper am bequemsten positionieren. Dabei helfen Meditationskissen, Decken und Yogablöcke. Positionswechsel sind erlaubt, auch Liegen oder auf Stühlen Sitzen sei okay. “Ich bin pragmatisch eingestellt”, so Wallace, “probieren Sie aus, was für Sie persönlich funktioniert. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann verschwenden Sie Ihre Zeit nicht damit.” Gemeint sind sowohl die Stellungen als auch die unterschiedlichen Meditations-Methoden, in die wir diese Woche hineinschnuppern werden.

DEN GEIST BERUHIGEN

Mit sich selbst und dem eigenen Geist, den Gedanken alleine zu sein, das sei eine der größten Herausforde- rungen der Meditation. Still sein, keine Ablenkung zulassen und den Geist beruhigen. Dabei müssten wir allerdings nicht zu streng mit uns sein, erklärt uns Wallace. “Es geht nicht darum, den Geist zu brechen, indem wir mit ihm kämpfen, sondern darum, ihn zur Ruhe zu bringen, gut zu ihm und zu uns selbst zu sein. Wenn die Gedanken zu wandern beginnen, nehmen wir es wahr und kommen dann zurück zu unserer Mitte in einen Zustand der Ruhe und Gelassenheit.” Was bedeutet Glück? Was ist der Wert meiner Existenz? Wie führe ich ein ethisches Leben?

Um den Sinn unserer Existenz zu ergründen, so Wallace, müssen wir uns fragen: Was ist das Beste, was ich der Welt zu bieten habe? Es geht um ein gesundes Gleichgewicht aus Schaden und Nutzen, bei dem unser Nutzen für die Welt und die Menschheit stets überwiegen sollte. Wallace spricht von einer tiefgehenden Revolution, die in den Herzen der Menschen beginnt, von Güte, einer Abkehr von Habgier und Kapitalismus in seiner negativen Ausprägung. Der Mensch neigt dazu, immer mehr zu wollen. Genug ist ihm nicht genug und das sei die Ursache unserer Unausgeglichenheit: Das ewige Streben nach dem “Mehr”.

DAS BEWUSSTSEIN ERLEUCHTEN

Die Erleuchtung finden? Das wird uns in dieser Woche mit B. Alan Wallaces Hilfe nicht gelingen. Wer tiefer in seine Lehre und die Methoden der Śamatha Meditation einsteigen will, findet genug Literatur für ein lebenslanges Studium.

Sich selbst zu finden, sei eine Reise, die nie zu Ende geht, sagt Wallace. Sie erfordere Ruhe und Geduld. Mit dem Streben nach Glück und Erleuchtung begeben wir uns auf einen weiten, vielleicht endlosen Weg. Wir können uns nur annähern und für uns definieren, wer wir sind und wer wir sein wollen. Wer nach Vollkommenheit strebt, hat die Aufgabe falsch verstanden. Der Weg ist das Ziel und was Wallace auf sympathische Weise vermittelt, ist, dass dieser Weg für jeden anders aussehen kann.


Über Schloss Elmau

Außenansicht von Schloss Elmau im Herbst.

Auf mehr als 100 Jahre Geschichte blickt das Luxus Hotel zurück. Es ist eine bewegte Geschichte, geprägt von geistigen und religiösen Strö- mungen, gesellschaftlichem Wandel und politischen Konflikten.


1914 – 1916 wurde Schloss Elmau von dem zivilisationskritischen Philosophen und Theologen Dr. Johannes Müller erbaut. Es sollte ein „Freiraum des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens“ entstehen. Gäste von Schloss Elmau sollten Urlaub vom Ich machen, die Stille der Natur genießen und bei Konzerten und Tanzabenden mit klassischer Musik, selbstvergessen, wie Kinder der „göttlichen Wirklichkeit“ gewahr werden.

Nach dem Krieg gelangte das Schloss Ende der 50er Jahre zurück zu altem Glanz. Es wurde bald zum Mekka der klassischen Kammermusik und war Treffpunkt großer Literat:innen und Filmemacher:innen, wie Ingeborg Bachmann und Loriot.

Im Juni 2015 wurde Schloss Elmau zum Zentrum der Weltpolitik: Anlässlich des G7 Gipfels debattierten Staats- und Regierungschef:innen der führenden Industrienationen inmitten der imposanten Kulisse des Wettersteingebirges.


Naturbelassene Materialien, Rottöne und warmes Licht bestimmen die fernöstlich inspirierte Einrichtung des Schlosses. Die Textilien aus Rohseide stammen aus Indien, die Teppiche wurden von Nomad:innen im Iran handgeknüpft. Durch den gekonnten Einsatz von Licht, Farbe und Material fügen sich die hellen, freundlichen Zimmer mit Elefanten-Mustern und blattgoldverzierten Elementen unerwartet harmonisch in die bayerische Berglandschaft ein. Die beruhigende, schöpferische Atmosphäre vermittelt fast den Eindruck, als hätten sich die Schlossmauern über die Jahre mit dem Geist seiner intellektuellen Gäste aufgeladen.


Die Hotelanlage wird mit Holzabfällen aus der Region beheizt. Ein eigenes Wasserkraftwerk deckt 15 Prozent des üblichen Strombedarfs, weitere 50 Prozent werden durch ein Blockheizkraftwerk mit Ferngas erzeugt. Das Trinkwasser auf Schloss Elmau kommt aus der eigenen mineralreichen Bergquelle, Fleisch- und Milchprodukte überwiegend von regionalen Höfen.

Der Eingangsbereich von Schloss Elmau vereint Elemente heimischen Holzes mit orientalischen Designs.

Zwischen Hast und Stille

Das Besondere an B. Alan Wallaces Lehren ist die Symbiose aus fernöstlicher Spiritualität und westlicher Wissenschaft, durch die Sinnlichkeit und Sachlichkeit miteinander verschmelzen. Während er spricht, flattern seine langen, feingliedrigen Hände durch die Luft und für uns entsteht der Eindruck, dass jemand, der über Achtsamkeit und Erleuchtung spricht, doch eigentlich viel langsamer reden müsste. Doch Wallace hat viel
zu sagen und was er sagt, fesselt unsere Aufmerksamkeit. Später, während des Meditierens, sitzt er ganz still, strahlt die Ruhe aus, die man von ihm erwartet. Diese Gegensätze sind es, die ihn als Lehrer sympathisch und zugänglich machen.



“DIE MENSCHHEIT BRAUCHT EINE TIEFGEHENDE REVOLUTION, DIE IN DEN HERZEN ALLER BEGINNEN MUSS.”


Mindfulnes und Meditation in Zeiten der Krise


Alles annehmen, was uns begegnet, ob wir es als Glückseligkeit oder Widrigkeit, gute oder schlechte Zeiten betrachten, das ist ein Grundsatz und eine wichtige Herausforderung des Buddhismus. Jedem positiven Erlebnis und jeder Krise einen Sinn geben, indem wir sie in unsere spirituelle Praxis einfließen lassen und sie in Energie umwandeln.

“Die Pandemie kam nicht aus dem Nichts”, erklärt B. Alan Wallace. “Dieser Planet gehört nicht uns allein, wir teilen ihn mit Milliarden von Tieren und Pflanzen.” Achtsamkeit sei das Schlüsselwort.

Es ist jetzt an der Zeit, den Blick nach innen zu richten und uns die entscheidenden Fragen zu stellen: Wie können wir ein möglichst sinnvolles Leben führen, individuell und kollektiv? Wie können wir größeres Mitgefühl kultivieren?

Glück liegt in uns und in der Fürsorglichkeit gegenüber anderen, nicht in Egoismus und Habgier. Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels und es liegt an uns, diesen Wandel in die richtige Richtung zu lenken.

Öfter mal zur Ruhe kommen

Tief einatmen, unseren Körper wahrnehmen, den Atem fließen lassen. Meditation kann Ruhe in unser Leben bringen, aber sie kann noch viel mehr: Wenn wir uns die richtigen Fragen stellen, kann sie unser Leben mit Sinnhaftigkeit erfüllen. Voraussetzung ist, dass wir dabei gnadenlos ehrlich, aber nicht gnadenlos uns selbst gegenüber sind und uns die Zeit geben für eine natürliche Entwicklung.

Vermittler zwischen zwei Welten

Der 1950 geborene amerikanische Gelehrte ist ein Lehrer des tibetischen Buddhismus und bekannt für seine wissenschaftlichen, philosophischen und kontemplativen Untersuchungsmethoden im Bereich der asiatischen und abendländischen Kultur. Er hat mehr als vierzig Bücher über tibetischen Buddhismus, Wissenschaft und Kultur verfasst und übersetzt.

1971 zog Wallace nach Dharamsala in Indien, um tibetischen Buddhismus, Medizin und Sprache zu studieren. Er wurde vom Dalai Lama ordiniert und lebte 14 Jahre lang als buddhistischer Mönch. 1984 nahm er seine westliche Ausbildung am Amherst College in Massachusetts, USA, wieder auf. Er erwarb einen Bachelor of Arts in Physik und Wissenschaftstheorie und promovierte in Religionswissenschaft. Nachdem er am Institut für Religionswissenschaft der University of California in Santa Barbara gelehrt hatte, gründete er das Santa Barbara Institute for Consciousness Studies, um die Integration wissenschaftlicher Ansätze und kontemplativer Methoden zu untersuchen.

Portrait des Gelehrten B. Alan Wallace

B. Alan Wallace gilt als eine herausragende Stimme in der Diskussion zwischen zeitgenössischen buddhistischen Denker:innen und Wissenschaftler:innen, die die materialistischen Annahmen ihrer Paradigmen des 20. Jahrhunderts in Frage stellen. Seit 1987 war er ein häufiger Übersetzer und Mitwirkender bei Treffen zwischen dem Dalai Lama und prominenten Wissenschaftler:innen. In seinen Arbeiten behandelt er häufig die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Buddhismus. Wallace ist die treibende Kraft hinter der Entstehung und Entwicklung des Zentrums für kontemplative Forschung in der Toskana. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit lehrt Wallace seit 1976 weltweit ein breites Spektrum buddhistischer Meditationen. Er lebt mit seiner Frau Dr. Vesna A. Wallace in Santa Barbara, Kalifornien.

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